NABU: Schafriss in Bargfeld ohne schützenden Zaun

Umwelt Von Redaktion | am Di., 12.05.2020 - 14:29

BARGFELD/WINSEN. Bezugnehmend auf die Berichterstattung und die Äußerungen von Jörn Schepelmann ( https://celleheute.de/schepelmann-wolfslobby-zerstoert-laendlichen-raum) anlässlich mehrerer Schafsrisse am 24.04. in Bargfeld, bei dem mindestens 15 Schafe zu Tode kamen, möchte Peter Schuette vom NABU Landesverband Niedersachsen e.V., einige Dinge aus seiner Sicht richtig stellen.

"Herr Schepelmann gibt an, dass dort Zäune überwunden wurden und wird zitiert, dass '...die sogar vom NABU mit aufgestellt und als wolfssicher deklariert wurden'. Zunächst möchte ich Herrn Schepelmann davon in Kenntnis setzen, dass man von einer “wolfsabweisenden Wirkung” spricht, da es „wolfssichere Zäune“ im Weidezaunbereich nicht gibt.

Wichtig ist mir festzuhalten, dass das NABU-Projekt 'Herdenschutz Niedersachsen' im November 2019 mehrere Weiden bei besagtem Schafhalter mit wolfsabweisenden Elektronetzen fachgerecht eingezäunt hat. Seitdem gab es keine Übergriffe mehr. Dies zeigt sehr deutlich, dass korrekt durchgeführte Herdenschutzmaßnahmen wirkungsvoll sind! In diesem Fall sogar, obwohl die Wölfe dort schon mehrfach gelernt haben, dass Schafe dort leichte Beute sind. Besagter Schafhalter soll sich sich selbst mehrfach verwundert und erfreut darüber geäußert haben, wie gut der Schutz seiner Schafe nun funktioniert. Ein erneuter Umtrieb seiner Tiere geschah in Eigenregie des Schafhalters. Dort ist dann ein Übergriff erfolgt.

Im Klartext: Der NABU bzw. das Projekt 'Herdenschutz Niedersachsen' ist an der Zäunung des betreffenden Zaunes nicht beteiligt gewesen! Diese Aussagen gehen vor allem zu Lasten unserer ehrenamtlich Aktiven, die dort im November 2019 bei Minusgraden bis zum späten Abend Zäune aufgebaut haben. Kommentare und Presseaktionen dieser Art dienen nicht dazu, eine friedliche Koexistenz von Weidetierhaltung und Wolf zu fördern. Sie sind auch sicher nicht im Sinne derjenigen Weidetierhalter, die unter großem Aufwand erfolgreich Herdenschutz betreiben, deren enormer Aufwand aber von der lauten Minderheit derjenigen, die ebendiese Maßnahmen verweigern, ignoriert wird."