Kultusminister Grant Hendrik Tonne zur 3. Kraft im Kindergarten

Politik Von Extern | am So., 06.06.2021 - 13:57

HANNOVER. In Niedersachsen wird eine Verbesserung beim Fachkraft-Kind-Schlüssel in Kindergartengruppen gesetzlich festgeschrieben. Darauf haben sich die Landesregierung und die Koalitionsfraktionen SPD und CDU geeinigt. Demnach wird der Entwurf des „Niedersächsischen Gesetzes über Kindertagesstätten und Kindertagespflege" (NKiTaG) um einen verbindlichen Einstieg in die 3. Kraft in Kindergartengruppen erweitert. Hierzu hat man sich auf einen Fünfstufenplan verständigt, wobei die Stufen 1 und 2 gesetzlich verankert werden und die Stufen 3 - 5 in einem Entschließungsantrag beschrieben werden.

In den zwei gesetzlich zu verankernden Stufen werden ab dem Kindergartenjahr 2023 mehr Fachkräfte für die Kinder ab 3 Jahren bis zur Einschulung verbindlich eingeführt. Stufe 1 sieht 15 zusätzliche Stunden über in der Ausbildung befindliche Erzieherinnen oder Erzieher beziehungsweise Sozialassistentinnen oder Sozialassistenten vor, wobei auch zusätzliche Anleitungsstunden in der Einrichtung ermöglicht werden. Ab dem Kindergartenjahr 2027 wird das Land dritte Kräfte im Umfang von dann 20 Stunden in den Ganztagskindergartengruppen finanzieren. 

Kultusminister Grant Hendrick Tonne erklärt dazu: „Das ist ein klares Signal für die dritte Kraft im Kindergarten. Nach einer jahrzehntelangen Debatte wird mit dieser Gesetzesänderung der Weg zu einer deutlichen Qualitätsverbesserung beschritten. Wir setzen einen Stufenplan um, so wie angekündigt.

Die vereinbarten Schritte im neuen Gesetz über Kindertagesstätten und Kindertagespflege sind eine Verpflichtung und werden Landesregierungen über den Tag hinaus an die Verbesserung des Fachkraft-Kind-Schlüssels binden. Ich habe immer betont, dass ich mir die 3. Kraft wünsche und eine gesetzliche Regelung inhaltlich befürworte. Zugleich muss ein solches Versprechen auch personell umsetzbar und finanzierbar sein. Daher ist eine zeitliche Streckung nicht nur sinnvoll und notwendig, sondern auch die einzige Möglichkeit der Umsetzung. Der Stufenplan bringt das Wünschenswerte mit dem Machbaren zusammen. So wird die frühkindliche Bildung in Niedersachsen nachhaltig gestärkt.

Ich begrüße sehr, dass auch eine Revisionsklausel in das neue NKiTaG mit aufgenommen wird. Viele Erzieherinnen und Erzieher haben immer wieder deutlich gemacht, dass sie nicht 30 Jahre auf die nächste Novelle des NKiTaG warten wollen. Auch hiermit setzen wir ein klares Signal, dass gesellschaftliche Veränderungen und die deutlich gestiegene Bedeutung der frühkindlichen Bildung auch regelmäßig eine aktualisierte Grundlage im Gesetz finden".

Aus den Landtagsfraktionen der SPD und CDU heißt es:

„Heute ist ein guter Tag für die frühkindliche Bildung in Niedersachsen. Wir freuen uns sehr, dass wir für alle Kitas eine rechtsverbindliche Planungssicherheit schaffen, um die frühkindliche Bildung in Niedersachsen nachhaltig zu stärken“, erklärt Johanne Modder, Fraktionsvorsitzende der SPD-Landtagsfraktion. „Die Verständigung auf einen Stufenplan zur Einführung von der dritten Fachkraft in unseren Kindergartengruppen und damit die Verbesserung des Fachkraft-Kind-Schlüssels ist ein weiterer Schritt zur Qualitätssteigerung in unseren Einrichtungen. Damit wird deutlich, wir nehmen die Kritik und Proteste aus der Beratung des Gesetzentwurfes sehr ernst.“

„Die heute erzielte Einigung ist ein Erfolg für die Kinder und deren Eltern in Niedersachsen. Wir führen die dritte Kita-Kraft ein und setzen die Einführung der dualisierten Ausbildung um“, so Dirk Toepffer, Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion. „Damit schaffen wir nicht nur Planungssicherheit und mehr Qualität in unseren Kindertagesstätten. Wir ermöglichen auch eine qualitativ hochwertige, praxisorientierte Ausbildung, die nicht nur den Auszubildenden, sondern besonders den Kindern Vorteile bringt“, so Toepffer.