Bienenfreundliche Landwirte müssen Maßnahmen nachweisen

Wirtschaft Von Extern | am Do., 29.04.2021 - 21:21

HANNOVER/CELLE. Jeder kann etwas für mehr Vielfalt in der Landschaft tun, um Insekten mehr Lebensraum zu bieten: im Kleinen auf dem Balkon, etwas größer im Garten oder im großen Stil auf Landschaftsflächen. „Generell gilt: Je vielfältiger die Landschaft, desto bessere Chancen haben unsere Insekten. Rund 450 Landwirtinnen und Landwirte haben sich im Rahmen der Aktion „Bienenfreundlicher Landwirt“ für den Arten- und Umweltschutz im vergangenen Jahr eingesetzt“, dankt Andre Brunemund von der Initiative „Echt grün – Eure Landwirte“ den niedersächsischen Bauern. Auch dieses Jahr soll die seit zwei Jahren durchgeführte Aktion fortgesetzt werden. Bis zum 21. Juni können sich teilnahmewillige Landwirte dafür noch anmelden, teilt der Landvolk-Pressedienst mit.

„In Zusammenarbeit mit dem Bieneninstitut in Celle haben wir an neuen Maßnahmen für das Jahr 2021 gearbeitet und das Teilnahmeformular um die Maßnahmen Wallheckenpflege, Staudengartenpflege und die Kooperation mit Umweltverbänden ergänzt“, erklärt Brunemund. Die teilnehmenden Landwirte erhalten so die Möglichkeit, auf einem umfangreicheren Maßnahmenpool für den Insektenschutz zuzugreifen und sich über weitere Maßnahmen als „Bienenfreundlicher Landwirt“ zu qualifizieren.

Um sich offiziell „Bienenfreundlicher Landwirt“ nennen zu dürfen, müssen Maßnahmen ausgewählt werden, die insgesamt mindestens fünf Punkte wert sind und aus mindestens zwei Kategorien stammen, teilt das Landvolk mit. „Diese Verpflichtung gilt für die Laufzeit der ausgewählten Maßnahmen und ist bindend. Bei Nichterfüllung der Maßnahmen kann das Siegel 'Bienenfreundlicher Landwirt' aberkannt werden“, schildert Brunemund das Verfahren, das auf freiwillige Selbstverpflichtung beruht. „Echt Grün vertraut darauf, dass die Maßnahmen zuverlässig umgesetzt werden – getreu unserem Motto „Wir schnacken nicht, wir packen an. Es geht hier nicht nur um Imagearbeit, es geht auch darum, uns gegenseitig für die Belange der Insekten zu sensibilisieren“, sagt Brunemund.

Aus den vier Maßnahmen-Kategorien Hofstelle, Ackerflächen, Grünland und Kooperation wählen die Landwirte zwischen verschiedenen Maßnahmen, die eine bestimmte Wertigkeit besitzen, um so die notwendigen fünf Punkte für das Siegel zu bekommen. „Ob Unkrautecke, Staudengarten, Sand- oder Feldsteinhaufen, Totholz, Blüh- oder Randstreifen auf Acker- oder Grünlandflächen oder die Kooperation mit Imkern oder Umweltverbänden – vieles ist möglich, und Greening- und AUM-Maßnahmen sind dabei nicht ausgeschlossen“, sagt Brunemund und hofft, dass die letztjährige Teilnehmerzahl getoppt werden kann, schließlich haben sich bis dato mehr als 350 bienenfreundliche Landwirte in spe angemeldet. Weitere Infos unter www.eure-landwirte.de/bfl-21/  

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