Andere Orte kein Vorbild - Celles Kirchen bleiben zu

Religion Von Redaktion | am Mo., 30.03.2020 - 18:53

LANDKREIS / KIRCHENKREIS. Supermärkte können es, Drogerien tun es, Bäckereien ebenso: für geordneten Einlass in den jeweiligen Orten sorgen. Auf dieser Grundlage machte die ehemalige Bischöfin und EKD-Vorsitzende Dr. Margot Käßmann gestern in einem NDR-Interview Mut: Die Kirchengemeinden sollten vor Ort entscheiden, ob sie beispielsweise "zwei Stunden am Tag [...] unter den gegebenen hygienischen Bedingungen die Möglichkeit geben, dass vielleicht zwei bis fünf Menschen in die Kirche können, um zu beten."

Doch der Kirchenkreis Celle sieht diese Möglichkeit nicht. Auf Nachfrage von CELLEHEUTE beruft er sich auf eine Information der Landeskirche: „Die Empfehlung, Kirchen offen zu halten für stilles Gebet und Andacht, halten wir nicht weiter aufrecht. Ein hinreichender hygienischer Schutz ist nicht zu gewährleisten.“ 

Nach CELLEHEUTE-Informationen sind dennoch u.a. die Marktkirche in Goslar zum stillen Gebet geöffnet, ebenso das Ulmer Münster. Auch Kirchen in Hamburg öffnen und berichten von "geordneten Verhältnissen". Doch Celles Superintendentin Dr. Andrea Burgk-Lempart teilt die Position der Landeskirche und fügt hinzu, dass eine Beaufsichtigung der Kirchen nicht zu gewährleisten wäre, da die meisten Ehrenamtlichen, die diesen Dienst tun, zur gefährdeten Personengruppe gehören. Folglich gäbe es durchaus Ehrenamtliche, die nicht dazu gehören.

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ach Rückfragen habe auch ich erfahren, dass beispielsweise in Kurhessen-Waldeck und der Nordkirche die Kirchen geöffnet sein dürfen. Warum das so verschieden gehandhabt wird, weiß ich leider nicht", so Käßmann auf Nachfrage von CELLEHEUTE. Sie ist jedenfalls überzeugt, dass der kirchliche Raum viele Menschen trösten könne. "Hier haben Menschen schon seit Jahrhunderten ein Gebet in den Himmel geschickt mit der Bitte um Trost, Beistand und auch der Fürbitte für andere", so die evangelische Theologin.