Alarmierung alarmierend: Probealarm zum "Warntag 2020" fehlgeschlagen

Polizei + Feuerwehr Von Peter Fehlhaber | am Fr., 11.09.2020 - 08:31

LÜNEBURG/CELLE/UELZEN/HEIDEKREIS.  "Weder Celle noch Hannover noch Springe hatten Alarm"... "Rotenburg Umgebung nichts"... "Habe nichts mitgekriegt, weder Fernseher noch Handy"... "Auch über 'KAT Warn' keine Meldung". Der erste bundesweiten Warntag war nach Rückmeldungen unserer LeserInnen ein Flop. Dieser Tag diente als Übung, auch um mögliche Schwachstellen zu eruieren - dass das Warnsystem insgesamt eine landesweite Schwachstelle zu sein scheint, hatten Experten so wohl nicht erwartet. Das Fazit der Alarmierung scheint alarmierend und das Bundesinnenministerium gesteht: "Die Auslösung des Probelalarms am heutigen "Warntag 2020" ist aufgrund eines technischen Problems fehlgeschlagen. Die Vorgänge werden jetzt umfassend aufgearbeitet. Die gewonnenen Erkenntnisse werden bei der weiteren Entwicklung des Warnsystems berücksichtigt."

Nur wenige hätten Sirenen gehört, die digitalen Meldungen fanden größtenteils nicht statt bzw. stürzten ab, auch unsere Redaktionen erhielten keinerlei Informationen, z.B. über die üblichen Presseverteiler. Der Landkreis Celle bestätige immerhin im Vorfeld entsprechende LOKALHEUTE-Informationen, für diesen Warntag nicht gerüstet zu sein - aber in allen anderen Kommunen mindestens unseres Verbreitungsgebietes sah es nicht besser aus. Einen Überblick über die Rückmeldungen sehen Sie in unseren Facebook-Kanälen.

In der gestrigen Vorabmeldung des Innenministeriums hieß es, unzensiert und unkommentiert: 

Heute findet der erste bundesweite Warntag seit 1990 statt. Unter Einbindung aller bei Bund, Ländern und Kommunen vorhandenen Warnmittel wurde um Punkt 11:00 Uhr ein bundesweiter Probealarm durchgeführt, die Entwarnung folgte um 11:20 Uhr. Im Vorfeld hatte der Niedersächsische Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius, die Beteiligung Niedersachsens am bundesweiten Warntag angekündigt und aktiv bei den Kommunen um Beteiligung geworben.

Minister Pistorius: „Wir leben heute in einer ganz anderen Zeit als beim letzten bundesweiten Warntag vor 30 Jahren. 1990/1991 kannten wir alle die Sirenen, die regelmäßig getestet wurden und insbesondere auf Kriegssituationen oder militärische Auseinandersetzungen ausgelegt waren. Heute reden wir über andere Risiken oder Katastrophen, die uns beschäftigen – Terroranschläge oder Naturkatastrophen, um nur einige Beispiele zu nennen. Deshalb ist die jetzige Durchführung des bundesweiten Warntages ein wichtiges Signal an alle Bürgerinnen und Bürger, sich noch einmal zu vergegenwärtigen, welche Warnsignale es gibt und wie sich jede und jeder einzelne im Fall des Falles informieren kann. Und insbesondere auch, was genau in einem solchen Fall dann zu tun ist. Dies dient nicht nur dem Eigenschutz, sondern erleichtert auch die Arbeit derjenigen, die in so einem Fall dann für unser aller Sicherheit sorgen - ihnen möchte ich an dieser Stelle herzlich danken!“

Die Wichtigkeit und Aktualität des Themas Warnung zeigt sich nicht zuletzt durch die Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Corona-Virus in diesem Jahr. Zur Warnung und Information der Bevölkerung nutzen Bund, Länder und Kommunen die verfügbaren Kommunikationskanäle. So werden beispielsweise über das vom BBK betriebene ModulareWarnsystem (MoWaS) und die Warn-App NINA Warnungen und Informationen der zuständigen Behörden, wie der Gesundheitsministerien des Bundes und der Länder, bereitgestellt.

Weitere Warnmultiplikatoren, dazu zählen u. a. Rundfunksender, übermitteln die Warnung mit möglichst wenig Zeitverlust über das jeweilige Programm. Die Entwarnung wird auf gleichem Wege an die Bevölkerung übermittelt.

Weitere Informationen zum bundesweiten Warntag finden Sie unter:

www.bundesweiter-warntag.de.