Foto: NABU / Dietmar Nill

HANNOVER. Sie sollen die wahren Herrscher der Nacht sein. Sie sehen mit den Ohren, fliegen mit den Händen und rasen mit bis zu 880 Herzschlägen pro Minute durch die Dunkelheit. Nicht zuletzt deshalb gehörten Fledermäuse zu den faszinierendsten heimischen Tieren.

Während der Internationalen Batnight kann man die wendigen Insektenjäger aus der Nachbarschaft direkt erleben. Rund um das letzte Augustwochenende (24. und 25. August 2019) veranstaltet der NABU zahlreiche Fledermausfeste, Vorträge, Wanderungen und Exkursionen. Die Batnight findet mittlerweile weltweit in über 35 Ländern statt. In Deutschland wird die Batnight vom NABU organisiert, allein in Niedersachsen gibt es dieses Jahr 36 Veranstaltungen.

„Die alljährliche Fledermausnacht soll auf die Bedrohung der Kobolde der Nacht aufmerksam machen. Hauptursache für die Gefährdung der heimischen Fledermausarten ist der Verlust von geeigneten Lebensräumen“, so Ralf Berkhan, NABU-Fledermausexperte. Alte Baumbestände, die in ihren Höhlen und Ritzen vielfältigen Unterschlupf gewähren, verschwänden zunehmend. Ritzen, Fugen und Spalten, die durch die Modernisierung von Fassaden und Dächern verloren gehen, sollten durch frühzeitig geplante Ersatzmaßnahmen an gleicher Stelle ausgeglichen werden. So sehe es auch das Bundesnaturschutzgesetz vor. Zudem verringere der Einsatz von Pestiziden Nachtfalter und andere Insekten als Nahrungsmittel für Fledermäuse oder vergifte die Tiere über die Nahrungskette selbst.

Von den 25 in Deutschland vorkommenden Arten leben 19 auch in Niedersachsen. Sämtliche Fledermausarten sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt. Trotzdem sind viele Arten durch die genannten Gründe immer noch stark gefährdet, einige sogar vom Aussterben bedroht. Eine neue Bedrohung sei zudem die starke Hitze in den Sommermonaten. Aufgrund der generellen Wohnungsnot könnten die Tiere nicht auf geeignetere Quartiere ausweichen und viele Jungtiere sterben den Hitzetod, noch bevor sie flügge werden.

Wo Wohnungsmangel herrscht, kann Abhilfe geschaffen werden. „Künstliche Quartiere wie Fledermausbretter oder Flachkästen an Giebelwänden sowie Höhlenkästen werden von den Tieren gerne angenommen“, sagt Berkhan. „Viele Kästen kann man aber auch in Bäumen anbringen. Geeignete Fledermauskästen gibt es im Fachhandel – oder man baut sie einfach selbst. Vor allem aber sollte auch bei Sanierungsmaßnahmen Rücksicht auf die Fledermäuse genommen werden und Schlupflöcher für die Tiere belassen werden. Viele Handwerksbetriebe kennen sich mit diesem Thema mittlerweile aus und setzen die erforderlichen Maßnahmen fachmännisch um.“

Horchen Sie den Lauten der nächtlichen Himmelsstürmer, werden Sie Zeuge spektakulärer Aufnahmen und erfahren Sie interessante Fakten über unsere heimischen Fledermäuse. Weitere Informationen und Exkursionstermine finden Sie unter www.batnight.de.

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