Prof. Dr. Jürgen Brand (r.), Chefarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie am Helios Klinikum Uelzen, und Carsten Willruth: Der 43-jährige Schostorfer hat innerhalb von vier Monaten zwei neue Kniegelenke bekommen. Foto: Helios Kliniken

UELZEN. Carsten Willruth hat die Welt gesehen: Der 43-Jährige war als Baumaschinist auf Baustellen in Dubai und Spanien im Einsatz, bis eine Arthrose in beiden Kniegelenken bei ihm so starke Schmerzen verursachte, dass er kaum noch laufen konnte. Prof. Dr. Jürgen Brand, Chefarzt der Abteilung für Orthopädie und Unfallchirurgie am Helios Klinikum Uelzen, und Oberarzt Rainer Skibbe haben den Schostorfer operiert und ihm innerhalb von nur vier Monaten zwei Knie-Endoprothesen eingesetzt.

„Ich habe mich vor etwa zwei Jahren auf Empfehlung aus dem engeren Familienkreis zum ersten Mal bei Prof. Brand im heutigen MVZ Veerßen vorgestellt“, sagt Willruth. Durch einen frühzeitigen, schweren Verschleiß des Gelenkknorpels in beiden Knien, der aufgrund einer individuellen Veranlagung entstanden ist, litt er unter starken Schmerzen und war in seinem Alltag zunehmend beeinträchtigt. Zuletzt konnte er auch seinen Beruf nicht mehr ausüben. „Bei Herrn Willruth war zu diesem Zeitpunkt bereits am linken Knie auch der Bandapparat in Mitleidenschaft gezogen und stark beschädigt. Wenn wir wie bei Herrn Willruth alle konservativen, also nicht-operativen Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft haben, kann eine Knieprothese dem Patienten helfen, wieder schmerzfrei und ohne Einschränkungen zu leben“, erklärt Prof. Dr. Brand.

Das rechte Knie wurde Ende Februar operiert, nachdem Willruth zunächst rund 80 Kilogramm abgenommen hatte. „Je normalgewichtiger ein Patient ist, desto geringer ist das Risiko von Komplikationen. Außerdem kann sich Übergewicht negativ auf die Lebensdauer des Implantates auswirken“, weiß der Chefarzt. Schon vier Monate nach der ersten OP, bei der die zerstörten Gelenkflächen, die gereizte Gelenkinnenhaut sowie Meniskusreste entfernt und die zerstörten Gelenkflächen durch künstliche ersetzt wurden, ließ sich Willruth Ende Juni auch auf der linken Seite operieren. „Wir mussten für das linke Knie eine sogenannte Scharnierprothese verwenden, die auch den Bandapparat ersetzt. Bei den allermeisten Arthrose-Patienten, die eine Prothese benötigen, ist das nicht notwendig und ein reiner Austausch der Gelenkoberflächen ausreichend“, so Prof. Dr. Brand.

In beiden Fällen nutzte das Team ein computernavigiertes Operationsverfahren. „Durch kleine elektronische Sensoren, die auf unseren OP-Instrumenten und dem Bein des Patienten angebracht werden, wird uns während des Eingriffs die optimale Positionierung der Endoprothese angezeigt. Wir erhalten so ein Höchstmaß an Genauigkeit bei der Ausrichtung und schaffen die Voraussetzung für eine bestmögliche Gelenkfunktion“, sagt Prof. Dr. Brand.

Nach den beiden OPs blieb Willruth für je sechs Tage stationär im Helios Klinikum Uelzen. Anschließend absolvierte er eine jeweils dreiwöchige Reha. Mit dem Ergebnis seien Patient und Operateur gleichermaßen sehr zufrieden: Beim ersten Nachsorgetermin knapp fünf Wochen nach der zweiten OP benötigte Willruth bereits keine Gehhilfen mehr. Er genieße es, endlich wieder schmerzfrei und ohne Einschränkungen laufen zu können und freut sich besonders aufs Fahrrad fahren. Denn an Sport sei lange Zeit nicht zu denken gewesen. Sein großes Ziel: Willruth möchte zurück in seinen alten Beruf und im November endlich wieder arbeiten.

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