Fotos: Klaus Müller

WALSRODE. „Wir wissen, dass wir für den Wiederaufstieg eine schwere Aufgabe vor uns haben, weil viele gute Mannschaften in der 2. Bundesliga spielen, auch der `kleine HSV` aus Hamburg, aber wir wollen es versuchen“. Gestern Abend sprach der Präsident des Bundesliga-Absteigers Hannover 96 vor fast 100 Walsroder Geschäftsleuten im Rahmen einer KSK-Veranstaltung im ANDERS Walsrode. Kind, Wirtschaftsstratege und erfolgreicher Unternehmer mit seinem weltweiten Hörgeräte-Sortiment, sagte aber auch: „Das Leben ist die Realwirtschaft“, die kluge Führung eines Wirtschaftsunternehmens. Alles andere stände auch bei ihm hinten an.

In einem Gespräch mit HEIDEKREISHEUTE.DE kündigte Kind an, mit einem Budget von rund 45 Millionen Euro in die neue Saison gehen zu wollen. Das sei nur halb so viel wie in der 1. Bundesliga, aber man habe auch 17 Millionen Euro Verlust aufzufangen. „Ich bleibe dabei Realist“, sagt der 75-jährige, der im Walsroder Krankenhaus zur Welt kam und immer wieder den Heidekreis besucht, „denn in Schwarmstedt leben Verwandte von mir“.

Den Abstieg aus der 1. Bundesliga schiebt er der Mannschaft zu, „die kein Team war, die einfach nicht mehr wollte“. Nun gehe er mit dem neuen Trainer Mirco Slomka, „den ich sehr schätze“, in die nächste Saison. Der Verein habe mehrere sehr gute Spieler verloren, aber neue Fußballer verpflichtet. „Ich freue mich so sehr darüber, dass ich Marvin Bakalorz halten konnte, dass der Wolfsburger Verteidiger Sebastian Jung zu uns kommt“. Noch auf dem Podium des Hotels ANDERS hatte er live vor den Gästen der KSK-Veranstaltung die Verpflichtung per Handy erfahren.

3500 Mitarbeiter beschäftigen die KIND-Unternehmen, 300 allein in der Zentrale in Großburgwedel gleich an der Autobahn, wo ein neues repräsentatives Geschäftsgebäude entstehen soll. Kind mache mit seinen Produkten steigenden Umsatz weltweit. Heute seien es mehrere Millionen Euro. Der Betrieb wird seit kurzem von seinem 47-jährigen Sohn geführt, dem Kind viele positive Eigenschaften zuspricht. „Er ist besser als ich geworden“. Überhaupt spiele das Familienleben im Hause des Unternehmers eine große Rolle. Und ein ständiges Austauschen mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern: „Manchmal genügt ein warmer Händedruck“.

Irgendwann werde der erfolgreiche Fußball-Funktionär, so kündigt er in unserem Gespräch an, auch für ihn ein Ende haben. „Vielleicht ein bis zwei Jahre noch, wir werden sehen“. Kind ist ein „Ehrgeizler“, habe seit den späten 90er Jahren dafür gesorgt, dass in Hannover „erste Sahne“ Bundesliga gespielt wurde. „Beißt immer noch“, sieht den deutschen Fußball aber zurzeit in einer Sackgasse. „International sind wir im Ranking abgerutscht“. Hier müsse man neue Wege finden. Er sieht als positives Beispiel die Arbeit von RB Leipzig. „Hier freuen sich die Fans noch über den Verein, sind stolz auf ihn“. Das hofft sich Kind ganz leise auch in Hannover. „Es ist zurzeit ruhig in der Landeshauptstadt, aber es kann auch wieder lebendiger werden“.

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