Entstehen soll der Neubau am Johanneum neben dem jetzigen Hauptgebäude - wie genau das Gebäude aussehen wird, das entscheidet der Architektenwettbewerb, der nun startet. Foto: Hansestadt Lüneburg

LÜNEBURG. Die Schülerzahlen am Johanneum zeigen seit Jahren in eine Richtung – steil nach oben. Und das geht auch so weiter: Ab August 2020 beherbergt das Gymnasium wieder einen 13. Jahrgang. Gleichzeitig wächst die Schule in den nächsten Jahren über alle Jahrgänge hinweg auf einen sechsten Zug an. Um alle diese Schüler unterzubringen, muss das Johanneum auch räumlich wachsen: 14 zusätzliche allgemeine Unterrichtsräume sieht das Raumprogramm vor, das Schule und Verwaltung entwickelt und mit den Gremien der Schule abgestimmt haben. Ein Großteil dieser Räume soll in einem Neubau neben dem Hauptgebäude des Gymnasiums an der Theodor-Heuss-Straße entstehen. In welcher Bauweise dieser Neubau vorzugsweise realisiert werden sollte, darüber hat die Verwaltung in einer gemeinsamen Sitzung die Mitglieder des Schul- und Bauausschusses informiert. Im Zentrum stand dabei die Frage, ob eine Modulbauweise möglicherweise vorzuziehen ist, um Bauzeit einzusparen.

„Wir haben in Frankfurt am Main Schulen in Modulbauweise besichtigt und die jeweiligen Vorzüge und Nachteile der unterschiedlichen Bauweisen ausführlich geprüft und verglichen“, skizzierte Stadtbaurätin Heike Gundermann das Vorgehen der Verwaltung. Dabei seien neben zentralen Kriterien wie der voraussichtlichen Bauzeit und den Baukosten natürlich auch Aspekte wie etwa Nachhaltigkeit, energetischer Standard und Regionalität in die Bewertung mit eingeflossen. Mit dem Fazit, so Gundermann, dass die Stadt einen konventionellen Bau klar bevorzugt: „Die mögliche Zeitersparnis bei einem Bau in Modulbauweise steht nicht im Verhältnis zu den entstehenden Mehrkosten“.

Nach einer überschlägigen Kostenbetrachtung sei bei einem konventionellen Bau mit Kosten in Höhe von sieben Millionen Euro zu rechnen, beim Bau in Modulbauweise wäre von circa acht Millionen Euro für den Neubau auszugehen. Zwar könnten, wenn sich die Bauzeit hier tatsächlich um ein Jahr verkürzen würde, die Ausgaben für die Containeranmietung für dieses Jahr abgezogen werden. Doch bleibe dann immer noch eine Kostendifferenz von rund 790 000 Euro, rechnete Gundermann vor. „Zudem haben wir als Bauverwaltung wenig Erfahrung bei der Errichtung von Projekten in Modulbauweise“. Hier wäre bei der Ausschreibung und Vorbereitung demnach sogar mit einem einmaligen Mehraufwand zu rechnen.

„In Abwägung aller Kriterien ist die konventionelle Bauweise in Stein für die Hansestadt die wirtschaftlichste Variante“, bilanzierte die Stadtbaurätin. Das sahen die Mitglieder von Schul- und Bauausschuss ähnlich. Sie beauftragten einstimmig bei zwei Enthaltungen die Verwaltung, alle notwendigen Schritte für die Umsetzung der Vorzugsvariante einzuleiten.

Der Zeitplan sieht vor, jetzt in einer europaweiten Ausschreibung einen Architekten zu finden, um 2020 mit den konkreten Planungen beginnen zu können. Baustart wäre dann im Jahr 2021, die Fertigstellung voraussichtlich im Sommer 2023.

Neben dem Neubau für den 13. Jahrgang plant die Stadt außerdem, den Erweiterungsbau aus dem Jahr 2017, in dem die fünften, sechsten und siebten Klassen untergebracht sind, um drei allgemeine Unterrichtsräume zu erweitern und so die Heimatbereiche an die Sechszügigkeit anzupassen. Hier beginnen die konkreten Planungen noch Ende dieses Jahres. Die Stadt plant eine Fertigstellung für Ende 2021.

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