Foto: Landvolk

Auf Niedersachsens Höfen lagern offenbar deutlich geringere Vorräte als in den Vorjahren. Bereits 2017 hatte der Regensommer die Erntemengen nach unten gedrückt, im Dürresommer 2018 folgte unter anderen Vorzeichen ein weiterer Ertragsdämpfer. Das hat sich auch auf die Vorräte ausgewirkt. Der Landvolk-Pressedienst zitiert aus Umfragen der Ernteberichterstattung, die diese Beobachtung belegen sollen.

Aus den Umfragen des Landesamtes für Statistik lasse sich auch ableiten, dass Deutschland im Wirtschaftsjahr 2018/19 (1.7. bis 30.6.) mehr Getreide importieren müsse, bisher war der Markt durch eine starke Exportposition geprägt. Eine starke Nachfrageposition hatte zuletzt die Futterwirtschaft inne, Mühlen decken sich kontinuierlich ein. So dürfte auch ein großer Teil der noch auf den Höfen lagernden Getreidebestände über Kontrakte bereits anderen Eigentümern gehören. Noch deutlich größere Ertragseinbußen als bei Getreide gab es deutschlandweit bei Kartoffeln, während Niedersachsens Kartoffelbauern, soweit sie Feldberegnung nutzen können, die Erträge noch ein Stück weit absichern konnten. Die größten Lücken gab es allerdings auf den Wiesen, hier rutschte der Durchschnittsertrag um mehr als 40 Prozent gegenüber dem Durchschnitt der fünf Jahre von 2012 bis 2017. Die Umfragen der Ernteberichterstatter geben ein frühzeitiges Signal an Erzeuger, Verarbeitungsunternehmen und auch Behörden, rechtzeitig gegenzusteuern. Die Futterbaubetriebe haben daher unter anderem die von der Landwirtschaftskammer eingerichtete Futterbörse genutzt, um eigene Futterlücken durch Zukauf, Korrekturen der Verwertungsrichtung oder auch Anpassungen bei der Planung für 2019 auszugleichen.

Ein Blick in die langfristige Statistik belege für den Getreideanbau einige gegenläufige Bewegungen. Die Anbaufläche habe sich von ihrem Höchststand mit mehr als 1,2 Mio. Hektar (ha) Mitte der siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts deutlich reduziert, sie erreichte im vergangenen Jahr noch 860.000 ha. Parallel sei, von witterungsbedingten Schwankungen abgesehen, der Durchschnittsertrag gestiegen. In den vergangenen Jahren der langen Reihe rutschte er von um die 80 Dezitonnen pro Hektar (dt/ha) im Jahr 2014 auf 61,6 dt/ha im vergangenen Jahr ab. Dennoch zeigt auch die Gesamterntemenge über einen längeren Zeitraum betrachtet eindeutig einen Aufwärtstrend: Neue Sorten und moderne Anbautechnik gleichen die Anbaueinschränkungen zumindest in witterungsbedingt günstigen Jahren aus. Aktuell hoffen die Landwirte für 2019 auf ein „normales“ Jahr ohne witterungsbedingte Ausreißer in Richtung Trockenheit oder Nässe beziehungsweise Hitze oder Kälte.

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