Ministerin Barbara Otto-Kinast war Gastrednerin bei der Fachtagung des Niedersächsischen Heimatbundes im ANDERS Walsrode. Fotos: Klaus Müller

WALSRODE. Die Wirtschaftswege bilden das Rückgrat der ländlichen Räume und dürfen nicht vernachlässigt werden. Das hat die Allianz Ländlicher Raum gefordert. Die Allianz besteht aus dem Niedersächsischen Städte- und Gemeindebund, dem Niedersächsischen Landkreistag, dem Niedersächsischen Heimatbund und der Niedersächsischen Akademie Ländlicher Raum. Mehr als 150 Vertreter von Kommunen, Behörden und Organisationen trafen sich zu einer Fachtagung des Niedersächsischen Heimatbundes im ANDERS Walsrode. „Ich fühle mich wie bei einem Heimspiel“, so begrüßte Walsrodes Bürgermeisterin Helma Spöring die aus ganz Niedersachsen angereisten Gäste. Walsrode habe über 600 Kilometer Wege zu unterhalten. „Das ist für uns eine sehr wichtige, aber auch kostenaufwändige Sache,“ so Spöring. Die Wege dürften allerdings nicht enger werden. Darauf werde die Stadt in Zukunft noch mehr achten.

Vertreter der Allianz betonten auf der Tagung „Wege in Niedersachsen“ in Walsrode, dass die Wege in Feld und Flur nicht nur von der Landwirtschaft als Zuwegung genutzt werden. Sie dienen der regionalen Bevölkerung und den Touristen zur Erholung in der Natur – sei es zu Fuß, mit dem Rad oder im Pferdeland Niedersachsen hoch zu Ross. Die ländlichen Wege strukturieren die Kulturlandschaft und machen sie erreichbar, historische Wege verdeutlichen regionale Raumbezüge. Wege sind zudem von hoher Bedeutung für den Naturschutz: Wegraine sind mit ihren Kräutern und Blühpflanzen, mit Insekten und Kleintieren wichtige Biotope, feuchte Seitengräben Lebensraum für Frosch und Molch, Hecken und Bäume Brutplätze für Vögel. Dieser hohen Bedeutung steht ein Investitionsstau entgegen, der das Wegenetz vieler Gemeinden marode werden lässt. Gleichzeitig werden die Wege vielerorts nicht den vielfältigen Anforderungen – sprich der Multifunktionalität – gerecht.

Der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt, als der Heimatbund nach Walsrode rief.

Mit der Tagung „Wege in Niedersachsen“ soll auf ihre vielfältigen Funktionen hingewiesen werden. Gleichzeitig soll gemeinsam nach Lösungswegen gesucht werden. Barbara Otte Kinast, Niedersächsische Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, die an der Tagung teilnimmt, sicherte den Kommunen ihre Unterstützung zu. „Ohne öffentliche Förderung können wir die Wege dauerhaft nicht in einem guten Zustand erhalten“, betont Ministerin Otte-Kinast. Das Land werde deshalb auch zukünftig den ländlichen Wegebau unterstützten: „Für mich ist klar, dass die Belange des Naturschutzes dabei eine große Rolle spielen“, so die Ministerin.

Aus Sicht der Allianz Ländlicher Raum müssten die Mittel für die ländlichen Wege deutlich erhöht werden und auch die Erstellung der Konzepte zum Wegenetz gefördert werden.

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