Foto: Deutsche Bahn AG / Volker Emersleben

Neue digitale Technologien seien der Schlüssel für mehr Kapazität auf der Schiene, für mehr klimafreundliche Mobilitätsangebote, für eine bessere Zuverlässigkeit des Systems und mehr Kundenkomfort. Um diese Technologien für die Bahn zügig weiterzuentwickeln und zuverlässig einzusetzen, hat die Deutsche Bahn (DB) das „advanced TrainLab“ in Betrieb genommen. Mit dem Testzug biete die DB der gesamten Branche erstmalig die Möglichkeit, Zukunftstechnologien unabhängig vom normalen Bahnbetrieb zu erproben.

Professor Dr. Sabina Jeschke, DB-Vorstand Digitalisierung und Technik: „Das schnellste Labor der Welt auf Schienen wird der Digitalisierung der Bahn einen gewaltigen Schub geben. Ob Antennen, Sensoren oder Kameratechnik – alle denkbaren Fahrzeug- und IT-Komponenten können wir im Realbetrieb testen und schnell in die praktische Anwendung bringen“.

Bei dem Testzug handelt es sich um einen ICE-TD der Baureihe 605. Der diesel-elektrische Antrieb ermögliche Einsätze im gesamten Streckennetz der DB unabhängig von der Stromzuführung über Oberleitungen. Die Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h erlaube eine breite Palette an Versuchen unter rollendem Rad. Der 107 Meter lange Zug mit einer Achslast von
15 Tonnen besteht aus zwei Mittel- und zwei Endwagen. Damit stehe ein großzügiger Innenraum mit ausreichend Platz für Instrumente und Versuchsanordnungen zur Verfügung.

Zurzeit seien in dem Versuchszug drei Mobilfunkantennen für das neue 5G-Netz eingebaut, die von der DB gemeinsam mit Ericsson im Rahmen der Initiative 5G-Connected Mobility erprobt werden. Damit seien bereits erste Messungen zur Ausleuchtung und Stabilität des 5G-Netzes auf dem 5G-Testfeld auf der Schnellfahrstrecke Nürnberg–Ingolstadt durchgeführt worden. Mit dem 5G-Netz sollen Daten hundert Mal schneller als über den aktuellen Standard durch das Netz geleitet werden. Reisende profitierten davon durch unterbrechungsfreies mobiles Surfen sowie indirekt über Angebotsverbesserungen, die sich aus der Digitalisierung des Bahnbetriebs und der damit verbundenen Kapazitätssteigerung ergeben.

In den kommenden Monaten sind mit dem advanced TrainLab Erprobungen im Bereich Sensorik für Objekt- und Hinderniserkennung geplant, ebenso für die Signal- und Umfelderkennung. Auch Versuche zur Positionsbestimmung von Zügen in Echtzeit sind vorgesehen. Weiterhin sind Tests für den Datenaustausch zwischen Zug, Auto und Infrastruktur zum Beispiel an Bahnübergängen sowie der Einsatz umweltneutraler Kraftstoffe für Schienenfahrzeuge mit Dieselantrieb angedacht.

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