HANNOVER. Wohin geht die Reise der digitalen Polizei? Präventionsansätze rund um digitale Themen und wie wichtig sind eigentlich Cloud-Daten für Ermittlungen? Das sind nur einige Fragekomplexe, denen Interessierte der Polizeidirektionen aus Niedersachsen im Rahmen der eintägigen Fachtagung in Hannover nachgegangen sind.

Die Planung der ersten Tagung dieser Art hat die Polizeidirektion (PD) Hannover vorgenommen und dabei große Unterstützung aus dem Landeskriminalamt (LKA) und der Polizeiakademie (PA) Niedersachsen erhalten.

Die einführenden Worte in das Thema nahm der niedersächsische Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius, vor: „Nicht zuletzt nach der Veröffentlichung von persönlichen Daten von Politikern und Personen des öffentlichen Lebens diskutieren wir über Hackerangriffe und Cybersicherheit. Diese Themen sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen, und die Aufgabe der Sicherheitsbehörden wird immer mehr sein, hier gerade präventiv zu wirken. Zudem wird immer wichtiger werden, Straftaten zukünftig durch moderne digitale Werkzeuge immer besser ermitteln zu können, gerade was die immer größer werdenden Datenmengen in bestimmten Phänomenbereichen betrifft“.

„Unsere Gesellschaft unterliegt immer mehr digitalen Einflüssen und diese nehmen im Alltag zunehmenden Raum ein. Daher ist es wichtig, dass jede Polizeibeamtin und jeder Polizeibeamte ein technisches Grundverständnis besitzt, um auch in diesen Belangen stets für unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger ansprechbar zu sein. Diese Veranstaltung soll die Kompetenzen und Handlungssicherheiten unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiter stärken und ihnen neben den bestehenden Netzwerken auch problemorientierte Lösungsansätze zu vielen Themenfeldern aufzeigen“, so Jörg Müller, Vizepräsident der PD Hannover.

Daher folgten vornehmlich Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeiter aus den Zentralen Kriminaldiensten des Landes Niedersachsen den Vorträgen zu Problemstellungen und Lösungsmöglichkeiten der Digitalisierung, Ermittlungsmethoden, Datensammlungen von Internetplattformen und Prävention mit digitalen Bezügen.

Zusätzlich führte das LKA Niedersachsen live vor, wie die praktische Ermittlerarbeit im digitalen Raum aussieht.

„Für die Strafverfolgung ist es letztlich enorm wichtig, überhaupt an Daten heranzukommen und diese sicherzustellen. Zum Beispiel Daten, die in Clouds abgelegt sind“, so LKA-Präsident Friedo de Vries. „In dem Bereich sind wir schon sehr gut vertreten, arbeiten aber gleichzeitig daran, noch besser zu werden.“ Dabei wird das Datenvolumen, von dem Ermittler in ihrer Arbeit im Zweifel profitieren können, stetig größer – „weil Facebook, Google und Co. immer mehr Daten sammeln und auch der Boom von Sprachassistenzsystemen nach wie vor anhält“ so de Vries.

Zum Tagesabschluss erfolgte eine Podiumsdiskussion unter der Überschrift: „Wohin geht die Reise der digitalen Polizei?“. Hier sei bei einem offenen Gedankenaustausch einmal mehr deutlich geworden, wie eng die Polizeidirektionen und das LKA bereits zu digitalen Themen zusammenarbeite.

Aufgrund der ständig wachsenden digitalen Anteile, in nahezu allen Bereichen der Gesellschaft, ergäben sich aber auch hier immer wieder neue Herausforderungen an eine moderne Polizei, auf die nur gemeinsam schnell und kompetent reagiert werden könne.

„Die kontinuierliche Qualifizierung zu sich stetig wandelnden oder verändernden Themenfeldern, wie Digitalisierung und Cybercrime, sind immanenter Bestandteil für die Weiterentwicklung des polizeilichen Handwerkszeugs. Daher sieht es die Polizeiakademie Niedersachsen als ihre ureigene Aufgabe an, Fortbildungskonzepte anzupassen. Die heutige Fachtagung haben wir erstmals in einem sogenannten Webinar als Livestream an alle interessierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Land Niedersachsen übertragen, um auch hier die Reichweite und den Teilnehmerkreis deutlich zu erhöhen“, so Carsten Rose, Direktor der PA Niedersachsen abschließend.

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